Herbststürme oder tagelanger Regen, das sind Naturereignisse, die sich an der Costa Blanca fast jährlich wiederholen. Temperaturabfälle mit heftigstem Regen, auch als “Gota fría” bekannt, also als “kalter Tropfen”, gibt es manchmal sogar zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst.
Aber die Wassermassen, die diesmal Beniarbeig, Vergel und Els Poblets überfluteten, übertrafen alles bisher Gesehene. So drängt sich natürlich die Frage auf, warum es diesmal zu derartigen Wassermengen in den Flussbetten und künstlichen Abflusskanälen kommen konnte. Die Bewohner der betroffenen Dörfer sehen die Schuld bei den Gemeinden im Hinterland. Denn rechts und links der Flüsse und Kanäle wächst, wie man bei einer Fahrt übers Land immer beobachten kann, meterhohes Schilf, das sich seit Jahren immer weiter ausdehnt. Bei den diesjährigen Regenfällen prasselte der Regen also gegen die Berghänge des Umlandes, floss bergab in die dafür vorgesehenen Kanäle oder Flüsse. Dabei riss die Stromwelle diesmal rechts und links das Bambus mit, das hier seit Jahren wächst und sich immer weiter an den Flussrändern ausweitete. Die Wassermassen erreichen Beniarbeig und die mitgerissenen Bambuspflanzen bleiben an der Brücke hängen. Es kommt immer mehr Bambus nach, das aus der Brücke einen Stauwehr macht. Das Wasser steigt und steigt, kann durch das Bambus und anderes Treibgut nicht mehr unter der Brücke durchfließen. Benairbeig wird damit unaufhörlich geflutet, das Wasser reicht in einigen Straßenzügen schon bis zur Zimmerdecke der betroffenen Häuser. Irgendwann wird der Wasserdruck so stark, dass die Brücke einstürzt. Jetzt ergießt sich die aufgestaute Wassermenge wie aus einem Stausee mit höchstem Druck in die ohnehin durch den starken Regen gefüllten Kanäle und Flüsse.

Das Wasser tritt auch hier weit über die Ufer und reißt alles mit, was dort steht und parkt. Natürlich auch wieder das Bambus, das auch hier an den Flussufern wächst. Das Ergebnis: eine Tote, Millionenschäden und der Strand in Deveses von Bambus überhäuft.
Alle Fotos: M. und L. Vollstuber


Mit voller Wucht hat der Sturm das Meer aufs Land getrieben und die Grundstücke in der so begehrten ersten Strandlinie unter Wasser gesetzt. Die breiten Abflusskanäle vom Montgó ins Meer, das ganze Jahr über meist trocken, führen Wasser bis zur Oberkante.
Die Bilder zeigen u.a. den Strandabschnitt in Las Marinas auf Höhe des Café Solo bis zum ehemaligen "Alt Wolfenbüttel". Hier hat sich das Meer den teuer aufgeschütteten Strand zu zwei Dritteln wieder einverleibt. Natürlich ist der Strand von Algen und Unrat übersät und angesichts der Tatsache, dass sich die Algenabfälle in der Wiederverwertungsanlage mangels funktionierender Technik sowie schon zu Halden türmen, fragt man sich im Rathaus, wo man mit dem Grünzeug noch hin soll.